1. Dialog 16.April 2019

1. Bürgerdialog 16.4.2019 im Kleinkunstwerk

Am ersten Bürgerdialog haben ca. 45 Menschen plus Presse, Helfer und Moderatoren teilgenommen, also insgesamt über 50 Personen. Da lag schon ein kleiner „Zauber des Anfangs“ in der Luft. Und auch eine gewisse Nervosität: Können wir miteinander warm werden? Wer wird kommen?

Am Anfang das typische Abtasten, diejenigen, die sich schon kennen setzen sich zusammen. Manche bleiben am Rand alleine. Wir versuchen erst mal einen Überblick und einen Halt zu geben: Was haben wir vor? Worum geht es? Dann einige Zweiergespräche mit dem Nachbarn, dann mit einem ungekannten Menschen. Dann geht es per Zufallsauswahl an die Tische, wo die Moderatoren warten. Erstmal eine Runde zum Kennenlernen: Was bewegt dich? Was ist dir wichtig? Für den folgenden Austausch wurden keine Themen vorgegeben, sondern unter der Fragestellung „Was finde ich positiv und was negativ im Zusammenleben in Bad Belzig“ und „Was habe ich für Verbesserungsvorschläge“, wurden Themen durch die Tische eingesammelt. Das meist genannte Thema war „Die Gestaltung der Innenstadt“ (33 Punkt), gefolgt von „Mehr Beteiligung und Vernetzung der Bürger“ (20 Punkte), dem Thema „Ökologie und Klimaschutz“ (13 Punkte) und „Umgang mit Rechtspopulismus“ (11 Punkte). Insgesamt wurde der Abend sehr positiv (17 Stimmen) oder überwiegend positiv (15 Stimmen) bei insgesamt 34 Rückmeldungen wahr genommen. Zwei Teilnehmer fanden den Abend eher nicht so positiv. Zentral für diese überwiegend positive Stimmung war das Gefühl sich gut oder überwiegend gut einbringen zu können und gehört zu werden (31 Stimmen). Auch die Rolle der Moderatoren wurde als unterstützend wahr genommen (31 Stimmen).

Diese Zahlen entsprechen der auch von uns wahr genommenen lebendigen und kreativen Atmosphäre des Abends. Das gegenseitige Kennenlernen und Interesse an anderen Standpunkten stand dabei im Mittelpunkt. Eine Besonderheit war die Teilnahme des Bürgermeisters Roland Leisegang und mehrerer Stadtverordneter. Hier gab es eine Rollenunsicherheit, denn einerseits waren sie als Bürger, aber auch als Politiker dabei. Die Erwartungen der anderen Teilnehmer*innen waren entsprechend gespalten: einerseits wurden Kritik und Forderungen an sie gestellt, andererseits sollten sie sich gleichberechtigt einfügen und keine Dominanz zeigen. Hier müssen wir von der Leitung her eine klarere Rollenvorgabe machen, wie z.B. eine extra Fragerunde oder klare Redezeiten. Die Frage der Kooperation mit der Stadtverwaltung und Politik wird uns jedenfalls noch weiter beschäftigen.

Zitate zu: Wie ist es mir an diesem Abend ergangen?

„Es hat gut getan, andere Belziger kennen zu lernen und zu merken, wie verschieden und doch auch ähnlich wir uns alle sind. Ich fühle mich in meinem Dorf manchmal nicht willkommen. Das war hier ganz anders.“

„Ich fand die Atmosphäre angenehm und konstruktiv und freue mich über einge gute Anregungen. Hätte mir gewünschts mehr Zeit zur Vertiefung der Themen zu haben. Vielleicht nur eine Runde.“

Was haben Sie Interessantes erlebt oder gelernt?

„Neue Themen und Sichtweisen der Bürger, die so (außerhalb des Dialogs) nicht bekannt werden würden.“

„In den Gesprächsrunden erkannte ich, es gibt bei den Gesprächspartnern ähnliche Sorgen und Probleme.“

„Dass Menschen, die sich vorher nicht kannten, mühelos und wertschätzend gut in’s Gespräch finden.“

„Verschiedene Ansichten u. Richtungen/Betrachtungsweisen.“

Warum waren die Moderatoren für Sie unterstützend , oder nicht?

„Weil es ohne sie eine Diskussion und keinen Dialog gegeben hätte.“

„Haben Redebedürfnis gut gesteuert, wenn jemand kein Ende fand.“

Themenvorstellung